3.1 Einleitung

Für das Prostatitissyndrom gibt es Evidenz-basierte Kriterien, welche 2006 von der ICUD Gruppe als Konsensus der Experten zusammengefasst wurden. Daraus lassen sich zwar keine an Leitlinien adaptierte Empfehlungen ableiten, aber sie ermöglichen die Kategorisierung, Charakterisierung, Diagnostik und Therapie der unter dem Prostatitis-Syndrom firmierenden Erkrankungen. Hierfür gelten 3 Kernsätze:

  • Das Prostatitis-Syndrom ist häufig und betrifft etwa 10% aller Männer.
  • Die bakteriell bedingte Prostatitis ist seltener als vermutet; wird aber häufig diagnostiziert und behandelt. Die Inzidenz liegt bei 1,26 auf 1.000 Männer/ Jahr. Häufiger handelt es sich um ein chronic pelvic pain-syndrom, dessen Indzidenz mit 3,3 auf 1.000/ Jahr angegeben wird.
  • Die Ejakulatkultur hat nicht den Stellenwert, der ihr in der Praxis als Grundlage der Diagnose und Therapie zugesprochen wird.