1.3 Früherkennung und Biopsie

Bei Wunsch nach einer Früherkennungsuntersuchung auf ein PCa sollen PSA-Bestimmung und digitale-rektale Untersuchung empfohlen werden. Die alleinige digitale-rektale Untersuchung der Prostata ohne PSA-Bestimmung ist als Früherkennungsuntersuchung nicht ausreichend.

Vor der Früherkennungsuntersuchung soll der Arzt über die Aussagekraft von positiven und negativen Testergebnissen und gegebenenfalls notwendig werdende Maßnahmen aufklären. Im Hintergrundtext wird auf die Ergebnisse der ERSPC und der PCLO und die daraus ableitbaren Konsequenzen eingegangen. Bildgebende Verfahren sind für die Früherkennung nicht geeignet.

Die PSA-Bestimmung sollte nur Männern im Alter ab 40 Jahren und mit einer mutmaßlichen Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren angeboten werden.

Es sollen nur quantitative PSA-Testverfahren mit individuell definierten Referenzbereichen verwendet werden. PSA-Test- streifen sollen nicht eingesetzt werden.

Ein erhöhter PSA-Wert soll unter Berücksichtigung von Störfaktoren kontrolliert werden. Ein PSA-Wert von < 2 ng/ml sollte in einem Intervall von 2 Jahren oder individuell in einem längeren Intervall kontrolliert werden. Bei Werten darüber sollte ein Untersuchungsintervall von 1 Jahr eingehalten werden.