3.2 Terminologie und Definition
Das Prostatitis-Syndrom ist auf der Grundlage des vom National Institutes of Health (NIH) unterbreiteten Vorschlags in vier Kategorien zu unterteilen:
Akute bakterielle Prostatitis (ABP), Kategorie I
Es bestehen schwere obstruktive und irritative Symptome des unteren Harntrakts und Prostataschmerzen. Nachweisbar ist eine akute bakterielle Harnwegsinfektion mit systemischer Beteiligung (Fieber, Schüttelfrost).
Chronische bakterielle Prostatitis (CBP), Kategorie II
Die Prostata hat eine chronische bakterielle Infektion mit oder ohne prostatitische Beschwerden. Rezidivierende Harnwegsinfektionen, Schmerzen, irritative Miktionssymptome und sexuelle Dysfunktion charakterisieren das Krankheitsbild.
Chronic pelvic pain syndrom (CPPS), chronische Prostatitis (CP), chronisches Beckenschmerzsyndrom, Kategorie III
Die Patienten berichten über chronische Schmerzen (anorektal, Genitalbereich, gesamtes Becken), die periodisch auftreten und 3 Mo. anhalten, häufig mit Miktionsbeschwerden einhergehen, ohne dass eine Harnwegsinfektion nachzuweisen ist. Unterscheide in:
- entzündliche CP/entzündliches CPPS, Kategorie IIIa
- nichtentzündliche CP/nichtentzündliches CPPS, Kategorie IIIb
Asymptomatische Prostatitis, Kategorie IV
Zufällig nachgewiesene Entzündung der Prostata z. B. bei Abklärung einer Infertilität (im Ejakulat) oder eines Prostatakarzinoms (im histologischen Schnitt), keine Symptome.